Halbzeit bei der Truckracing Europameisterschaft

Und von denen, die noch keinen FIA-Meisterpokal in ihrer Trophäensammlung haben, hat Youngster Sascha Lenz die besten Aussichten sich seinen ersten Podiumsplatz zu sichern, denn aktuell belegt er mit 109 Punkten Platz 3 in der Gesamtwertung. Aber noch ist alles offen, der deutsche MAN-Pilot liegt schließlich nur 4 Punkte hinter dem 2. Platzierten A. Lacko und nur 18 Punkte hinter dem aktuellen Tabellenführer N. Kiss.

TRUCKRACING – was macht die Faszination aus?

Ist es die schiere Größe der Rennfahrzeuge, die enorme Kraft ihrer Motoren, der Motorsound, die Nähe zu den Fans oder sind es die spektakulären Überholmanöver, die tollkühnen Piloten, die kreativen Mechaniker welche diese Faszination auslösen? Es ist wohl die Kombination aus all dem zuvor genannten, was Truckracing von anderen Motorsportserien unterscheidet und so einzigartig macht

Bei kaum einer anderen Rennserie haben die Fans einen so engen Kontakt zu ihren Fahrern. Zudem bieten einige Veranstalter ein riesiges Rahmenprogramm zu familienfreundlichen Preisen. Der alljährliche Truck-Grand-Prix am Nürburgring stellt nicht nur für die Truckracer den Saisonhöhepunkt dar, er ist zugleich auch das größte Countryfestival Europas und die zweitgrößte Nutzfahrzeugmesse. Jährlich zieht bis zu zwischen 150.000 und 200.000 Besucher in die Eifel. In Spitzenzeiten waren es sogar schon eine Viertelmillionen Menschen, die dem schnellen Laster in der Eifel frönten. Truckracing ist nach den Formel 1- Rennen der größte Besuchermagnet - und das seit vielen Jahren und fast europaweit! Der diesjährige Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring musste in Folge der Hochwasser-Katastrophe in der Eifel abgesagt werden.

Moderne europäische Renntrucks holen aus ihren 13 Liter großen Dieselmotoren über 1100 PS. Trotz der rund 5,5 Tonnen Kampfgewicht beschleunigen die Trucks in rund 6 Sek. von 30 auf 160 km/h - da Truckrennen nicht stehend gestartet werden, ist die Angabe von 0-100 km/h ohne große Bedeutung. Die Schaltgetriebe müssen dabei über 5500 Nm Drehmoment verarbeiten. Dank dieser enormen Kraft und der guten Fahrbarkeit der Renntriebwerke kommen die Fahrer je nach Streckencharakteristik dabei manchmal nur mit 2 Gängen aus. Bei 160 km/h ist Schluss! Da kennen die Rennkommissare kein Pardon. Mittels GPS wird bei der Europameisterschaft das Limit genauestens überwacht.

Die Rennen werden also nicht selten auf der Bremse gewonnen - Lackaustausch inbegriffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Rennserie gehört ein gepflegter Direktkontakt zum sportlichen Umgangston. Schließlich halten die XXL-Renner auch entspechend viel aus. Doch wer es übertreibt und dabei erwischt wird, bekommt es mit den Sportkommissaren zu tun. Halt wie im echten Truckerleben auch - nur dort heißen die Regelhüter Polizeikommissare.

Zur Homepage von Sascha Lenz:  www.sl-trucksport.de